Architektur ist…

 

 

“Concept, not form, is what distinguishes architecture from mere building”.
B. Tschumi, Biennale Venedig, 2012

“Architecture is not only what it looks like, but also what it does”.
B. Tschumi, Biennale Venedig, 2012

„Architektur“ beschreibt weder eine definierbare Gruppe von Gegenständen noch stellt sie eine Eigenschaft dar, die bestimmten Gegenständen (Gebäuden) wesensmäßig zukommt. Vielmehr umfasst „Architektur“ all jene Gegenstände oder Strukturen, die im jeweiligen Architekturdiskurs als „Architektur“ behandelt und anerkannt werden. Erst der Architekturdiskurs bringt die „Architektur“ hervor.

„Architekturtheorie […] ist das Medium der kritischen Reflexion des Gemachtwerdens und des Gemachtseins der Architektur und die kritische Reflexion ihrer kulturellen Funktion im dynamisch sich ändernden kulturellen Kräftefeld.“
Jörg Gleiter, „Denkmal einer Krisis“, in:  Wolkenkuckucksheim, Jg, 13, H. 2, März 2009

„Architekturtheorie ist jedes umfassende oder partielle schriftlich fixierte System der Architektur, das auf ästhetischen Kategorien basiert.“
Hanno-Walter Kruft, Geschichte der Architekturtheorie. Von der Antike bis zur Gegenwart, München 1985, S. 13

„Wenn wir im walde einen hügel finden, sechs schuh lang und drei schuh breit, mit der schaufel pyramidenförmig aufgerichtet, dann werden wir ernst und etwas sagt in uns: hier liegt jemand begraben. Das ist architektur.“
Adolf Loos, „Architektur“ (1909), in: ders., Trotzdem. Gesammelte Schriften 1900–1930, hg. v. Adolf Opel, 3. Aufl. Wien 1997, S. 90–104, hier S. 103

„Architektur ist nicht Befriedigung der Bedürfnisse der Mittelmäßigen, ist nicht Umgebung für kleinliches Glück der Massen. Architektur wird gemacht von denen, die auf der höchsten Stufe der Zivilisation, an der Spitze der Entwicklung ihrer Epoche stehen. Architektur ist eine Angelegenheit der Eliten.“
Hans Hollein/Walter Pichler, „Absolute Architektur“, in: Hollein – Pichler,  Architektur, Ausst.-Kat. Galerie St. Stephan, Wien 1963

„Architektur ist zwangsläufig eine PK-Aktivität. (…) Wie ein einsamer Schauspieler, der ein völlig anderes Stück aufführt als die übrigen Schauspieler, die mit ihm auf der Bühne stehen, will die moderne Architektur etwas aufführen, ohne ein Teil der geplanten Inszenierung zu sein: Selbst bei ihren aggressivsten Realisierungskampagnen beharrt sie auf ihrer Überweltlichkeit.“
Rem Koolhaas, Delirious New York, S. 264.

„Der Ursprung der Architektur ist sakral. Das Bedürfnis des Menschen zu bauen manifestiert sich zuerst in der Errichtung von Gebilden sakraler Bestimmung, magischer, sakral-sexueller Bedeutung. Der erste Pfahl, ein Steinhaufen, ein aus dem Felsen gehauener Opferblock sind die ersten Gebilde, menschengemachte Gebilde mit einer spirituellen Bedeutung, Bestimmung, sind Architektur. Ihre Funktion ist eine rein geistige, magische. Materielle Funktionen haben sie nicht. Sie sind reine Architektur, zwecklos.“
Hans Hollein, „Zurück zur Architektur“, in: Bau 1969, H. 2/3, S. 5f, hier S. 5 (Vortrag in der Galerie St. Stephan, 1.2.1962)


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